Zähne & Körper

Interview mit Niko Rittenau – Thema „Zahngesundheit“ | Vlog VeggieWorld Hamburg 2017

interview niko rittenau

Interview mit Niko Rittenau – Thema „Zahngesundheit“ | Vlog VeggieWorld Hamburg 2017 © Stefano Vicinoadio Photographie


Neulich hatte ich das Vergnügen, mit Niko auf der VeggieWorld zu plaudern. Es war mein erstes Interview und wir sprachen über seine Zahngesundheit und tägliche Zahnpflege, Nikos süßen Zahn und welche Rolle Ernährung für ihn spielt um die Zähne gesund zu erhalten.
Niko Rittenau ist gebürtiger Österreicher und ein in Berlin lebender Ernährungsberater mit Schwerpunkt auf pflanzlicher Kost. Du hast nichts zu verlieren, wenn du dich dafür entscheidest mal anders zu ernähren, dich auszuprobieren und dich von der breiten Masse abzuheben. In seinen Vorträgen und Seminaren motiviert er Menschen zu einer gesunden, ausgewogenen, pflanzenbasierten Ernährung.
Im Anschluss gibt es einen kleinen Vlog von der VeggieWorld in Hamburg und die Auflösung wie ich auf der Messe noch ein paar Euro verdient habe. An dieser Stelle ein kleines Dankeschön an RAWITO – Mein absoluter Favorit für rohveganes Eis!

 

Interview Niko Rittenau – gesprochenes Wort:

Niko, wie oft hast du dich schon vorgestellt?
– Sehr oft. Sehr, sehr, sehr oft.
So, wir fangen einfach mal an und ich habe keine Ahnung wie, aber…
– Stell‘ dir vor, du hast eine tolle Einführung gemacht, die war lustig, süß und spannend und jetzt beginnen wir mit dem Interview.
Hallo und herzlich Willkommen auf der Veggieworld in Hamburg. Mein Name ist Minh und ich habe hier neben mir den Niko zu Gast und freue mich riesig, dass ich mit ihm ein Interview führen darf – zum Thema Zähne, Zahngesundheit, vielleicht bisschen Ernährung.
– Oder mit viel Ernährung und wenig Zähne, aber du bist hier die Zahnmedizinerin.
Ich denke mal viel Zähne, wenig Ernährung. Was hast du heute schon gegessen?
– Mega viel schon.
Na gut – ist ja auch schon ziemlich spät.
– Ich esse immer die gleichen Dinge, auch wenn ich auf Messen bin, nehme ich mir viel mit. Früh immer gekeimtes Müsli, mega viel Obst, Trockenfrüchte mit Nüssen, Samen, Pflanzenmilch. Dann habe ich mega viel gekeimtes Brot – immer mit selbst gemachten oder gekauften Aufstrichen. Und hier auf der Messe, wenn es zum Ende neigt, dann gibt es auch etwas Gesundes: Smoothies. Oder Optionen wie Pasta, auch leckere, aber wenig gesunde, fertige Tortellini mit Soße.
Du hast von gekeimtem Müsli gesprochen. Möchtest du dein neues Produkt vorstellen?
– Ja, es nennt sich Keimster. Das vertreiben wir unter der Marke Keimster – gekeimtes Müsli mit gekeimter Buchweizen, gekeimter Roggen, gekeimter Gerste. Einfach in großen Mengen zu bestellen. Zweieinhalb Kilo, ohne schöne Verpackung, ohne Marketing Budget. Sondern nur bestes Müsli zum besten Preis und jeder kann für wenig Geld unser Müsli haben.
Ja, Niko. Wenn du Zähne hörst. Woran denkst du als erstes?
– Ich denke daran, dass die meisten Menschen denken, dass sie häufig Fleisch essen müssen, weil sie denken sie haben Reißzähne, dabei sind es keine wirklichen Reißzähne, sondern Eckzähne. Und ich denke daran, dass die meisten Menschen generell ihre ganze Physiologie falsch sehen. Die Menschen denken wir sind Fleischesser. Aber schau unser Gebiss an. Wir haben fast gar keine Übereinstimmungen mit einem Fleischesser. Wir können die Nahrung zermahlen und zerkleinern und haben ganz andere Zähne. Und nachdem ich Weston Price auch gelesen habe, weiß ich, dass Naturvölker tendenziell die bessere Zahnbeschaffenheit haben als die westliche Zivilisation.
Was für eine Zahnbürste benutzt du und welche Zahnpasta verwendest du?
– Jetzt – relativ neu, mal gucken ob ich dabei bleibe: ich war auf der Biofach in Nürnberg und habe dort Aktivkohle Zahnpasta bekommen. Und ich dachte mir: Okay? Die ist eigentlich super nervig und sie macht das ganze Bad schwarz, aber: Die macht die Zähne super schön! Toll finde ich, dass keine Schleifkörper und andere abrasive Mittel drin sind. Das finde ich richtig gut! Ansonsten nutze ich die Vitamin B12 Zahnpasta von Santé oder andere Zahnpasta mit Zusätzen in Bioqualität. Und Zahnbürste – aus Faulheit putze ich meist am Abend mit der elektrischen. Auch benutze ich die Hydrophil aus Holz oder eine andere Holzzahnbürste, die mir jemand zusteckt. Zusätzlich Interdentalbürstchen, Zahnseide – alles was für mich Sinn macht. Weniger Sinn machen für mich Mundspüllösungen und –Wasser, welche von den meisten Zahnärzten für die tägliche Mundhygiene empfohlen werden.
Wie sieht deine Routine beim Zähne putzen aus?
– Ich putze mir die Zähne zweimal am Tag, wenn nicht sogar dreimal. Wenn ich das Gefühl habe, ich esse zum Mittag etwas Süßes und klebriges, wie Datteln oder Trockenfrüchte und möchte den Kontakt mit den süßen Sachen innerhalb der nächsten 12 Stunden nicht haben, spüle ich meinen Mund mit Wasser aus oder putze kurz darüber, wenn ich die Zeit dazu habe. Wenn ich unterwegs bin, dann lasse ich es weg. Egal ob raffinierter Zucker oder natürlicher Fruchtzucker, die Kariesbakterien freuen sich.
Welche Rolle spielt Ernährung für dich in Zusammenhang mit Zahngesundheit?
– Eine riesen Rolle! Dabei stelle ich mir immer wieder die Frage: Warum hat die westliche Zivilisation teilweise schlechtere Zähne, obwohl sie über ein besseres Gesundheitssystem verfügen als andere Länder? Ich glaube, es liegt an den Essgewohnheiten und dass die meisten Menschen extrem viele Softdrinks und gezuckerte Getränke trinken. Das ist der Tod! Es macht süchtig. Man trinkt es dann auch permanent und gibt den Zähnen keine Zeit sich zu remineralisieren. Wie dein Zahnschmelz mineralisiert ist, trägt die Ernährung auch einen großen Teil dazu bei. Wenn du mineralstoffarm isst, wie kannst du erwarten, dass die Zähne mit Mineralien versorgt werden? Ich glaube, die Ernährung spielt die zentralste Rolle, aber nicht die einzige. Dazu gehört auch eine gesunde Zahnpflege.
Was war deine Lieblingssüßigkeit zu Kindzeiten?
– Boah, damals war ich dick als Kind, weil ich so viele Süßigkeiten gegessen habe. Ich liebte alles – alles was süß war. Aber ich glaube tatsächlich Milchschnitte. Damals wurde mir suggeriert, dass Milch ein tolles Lebensmittel ist. Milchschnitte fand ich schon super krass lecker!
Hast du heute eine Alternative dafür?
– Ja. Keine Milchschnitte.
Und süßt du dein Essen?
– Im Rahmen meiner veganen Ernährung verbiete ich mir nichts. Aber wenn ich Heißhunger auf Süßes habe, esse ich früh am Morgen einen großen Brei, großes Müsli mit viel frischen Obst und Trockenfrüchten und wenn ich es habe, dann habe ich keine Cravings (engl. Verlangen) und dann reicht mir dieser Zucker um normal zu ticken. Aber wenn ich ein-, zwei Tage nicht davon esse, dann krieg ich mega Cravings und dann passiert genau das, was meistens zu Messen passiert, dass ich irgendetwas esse – Kuchen oder so. Normalerweise habe ich die Gelüste nicht, wenn ich genug Früchte esse. Es reicht mir. Ich würde jedem empfehlen, wenn er starke Cravings hat, dass man jeden Tag Früchte isst.
Ist es bei dir auch so, dass du immer mehr das Verlangen nach süßem Obst hast?
– Meistens habe ich nicht mehr als eine ganze Packung Blaubeeren zu Hause. Und wenn die weg sind, dann hat man eben keine mehr. Das Gute ist, man kann auch so viele Früchte essen, wie man möchte. Es gibt Untersuchungen, Dr. Michael Greger zitierte dann auch ganz viel, wo man einfach Frugivore (=Früchte essen) über Monate hinweg begleitete – und Zahngesundheit ist immer so‘n Thema, pflegen muss man sie trotzdem – aber von ihrer Physiologie hatten sie eine einzige Veränderung: ein riesen Stuhlvolumen. Ich will nicht sagen, man soll sich nur von Früchten ernähren. Aber Früchte sind toll und Menschen sollten eher viel Früchte essen. Am Besten regional und saisonal, auch den Cravings nachgeben. Antioxidatienreich essen. Mineralstoffreich.
Denkst du es ist sinnvoll, lieber weg von Früchten und mehr grünes Blattgemüse in seine Ernährung zu integrieren?
– Natürlich ist dunkelgrünes Blattgemüse das nährstoffreichste Lebensmittel, was wir haben. Man sollte viel davon essen. Ich sage aber nicht, du sollst dein Obst mit Grünzeug tauschen. Man sollte beides in den Speiseplan einbinden. Aber seien wir ehrlich: die meisten mögen Früchte! Was ich in dem Zusammenhang schwierig finde, wenn verschiedene Menschen sagen: Fruchtzucker ist schlecht – du darfst keine Früchte essen. Klar wenn‘s Agavendicksaft oder High Fructose corn syrup das Grundlebensmittel ist schaut es wieder anders aus. Aber: Beeren sind so toll!
Was sind deine Top 3 Basics an Süßungsmitteln?
– Wenn man süßen möchte, dann soll man aus meiner Sicht mit ganzen Lebensmitteln süßen. Also Trockenfrüchte und reife Früchte. Obwohl ich als Kleinkind einen süßen Zahn hatte, esse ich meinen Früchtebrei nur mit Früchten oder für Rohkosttorten nehme ich nur Trockenfrüchte für die Süße. Mehr brauche ich nicht. Wenn man sich die Frage stellt, ob es nun der Agavendicksaft ist, Reis Sirup oder Ahorn Sirup. Am Ende des Tages nehmen sie sich nicht viel. Also kann sie in geringen Mengen nehmen, aber wenn man glaubt einen Freifahrschein zu haben, wenn man Agavendicksaft nimmt, dann: NOOOO. Überhaupt nicht! Dann ist es sogar egal, ob man Agavendicksaft oder Rohrzucker nimmt. In kleinen Mengen ist es egal. Für die Zähne ist es auch nicht toll. Das größere Problem aus meiner Sicht sind Öle und Fette – Zucker in seiner natürlichen Form sollte man weniger verteufeln!
Welche Tipps kannst du den Leuten noch mitgeben um Zähne gesund zu erhalten?
– Minhs Blog lesen!

 

interview niko rittenau

Danke für das Interview! 

 

Weitere Informationen über Niko:
► KEIMSTER Müsli:
https://www.keimster.de/
► Webseite:
https://www.nikorittenau.com/
► Facebook:
https://www.facebook.com/niko.rittenau
► Instagram:
www.instagram.com/niko_rittenau

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Minh

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