Gedanken

INTRO VS. EXTRO

In diesem Jahr konnte ich wieder viel über mich lernen. Ich möchte endlich über meinen Schatten springen und meine Andersartigkeit nicht verurteilen. In dem ich genau das (unbewusst) tue, wirkt es doch eher sehr maskenhaft.

An meinem Geburtstag Mitte des Jahres bekam ich eine etwas längere Nachricht, die mich sehr zum Grübeln brachte und gleichzeitig war ich überaus dankbar über diesen offenen Brief, dass „ich im Grunde keine Ahnung habe, wer ich bin & ich gerne zeitweise gültige Mini-Identitäten entwerfe, die mir für eine gewisse Zeit Konsistenz verleihen.“

Wie ich auf andere wirke?

  • Asiatische Musterstudentin, studiert Zahnmedizin, süß, lieb & fügsam, nur wenig eigensinnig, dafür aber tough und strebsam
  • Junge Frau mit diesem „ich rette die Welt“ spleen
  • Hohepriesterin der rohköstlichen Ernährung (die Vorträge darüber gibt)
  • und schließlich last but not least Entrepreneurin, die sich vorzugsweise mit anderen Unternehmerinnen austauscht und bespricht (bodenständiger Unternehmergeist mit einem Schuss Feminismus)
  • Graben wir da ein bisschen tiefer und tauchen mal in meine innere Welt ein:

Als Kind asiatischer Eltern habe ich beobachtet, dass die Menschen hier im Westen Forschheit, Direktheit & verbale Fähigkeit schätzen, den Drang zur Selbstentfaltung haben, während in Asien Stille, Fügsamkeit, Bescheidenheit und Sensibilität hochgeschätzt wird. So ein zurückhaltendes Benehmen sorgt für mehr Verständnis und scheut Konflikte, fördert dementsprechend einen reibungslosen Ablauf. Aber: hier in der westlichen Welt herrscht das Ideal eines erfolgreichen Extravertierten.

In der Offline Welt gebe ich mir den Raum, wenn ich zu meinem Wahren selbst zurückkehren möchte und baue mir sogenannte „Regenerationsnischen“ ein, um nicht zu lange gegen meine Natur zu handeln, denn ich bin mehr introvertiert als extravertiert.

  • Ich bin empathisch und vielleicht auch etwas zu sensibel im Umgang mit anderen (lauten) Menschen.
  • Ich bin Jemand, der die Freiheit liebt und Geborgenheit schätzt.
  • Ich liebe es mich mit anderen Menschen auszutauschen und zu erfahren wer sie sind. Nicht in einer großen Runde, sondern eher im kleinen Kreis. Am besten nicht zu laut und auch nicht zu viele. Dort fühle ich mich wohler.
  • Und wenn ich mich doch mit vielen Menschen umgebe und auf größeren Veranstaltungen bin, dann brauche ich danach Zeit & Ruhe für mich.
  • Ich schätze das Alleinsein als angenehme Erholung, wo andere sie bekommen, wenn sie mit Menschen zusammen sind.
  • Ich ziehe mich oft aus dem offenen Konflikt und mir unangenehmen Gesprächen zurück, das kann mein Gegenüber als Desinteresse interpretieren.
  • Ich habe Angst, vor anderen zu reden und meine Stimme laut zu erheben und lerne mit der Zeit, mein Auftreten an verschiedenen Situationen anzupassen. Wenn ich etwas Wichtiges erreichen möchte, kann ich für kurze Zeit in einen extravertierten Modus wechseln und meine Introversion überwinden.
  • Ich darf lernen, meine Angst zu akzeptieren, die mich nie wirklich verlässt, aber lernen, Frieden mit ihr zu schließen, meine sensible Seite zu akzeptieren und dennoch lernen, mutig zu sprechen

No Comments

Leave a Reply

*